Die Genauigkeit von GPS-Signalen möchte die Europäische Union (EU) erhöhen.
Sie hat dafür nun drei Satelliten ins All geschossen, die bis auf zwei
Meter genau die Position von GPS-Geräten wie Handys oder Navigationsgeräten
bestimmen sollen. Durch die präzisere Navigation und Ortung erhofft man
sich in Europa neue und verbesserte Geschäftsmodelle, unter anderem könnten
Mautgebühren nun zielgerichteter erfasst werden als bisher. Außerdem
könnten beispielsweise Mobiltelefone via GPS konkrete Informationen zu
nahen Sehenswürdigkeiten liefern, wenn man in fremden Städten auf
Entdeckungstour geht.EU erhöht GPS-Genauigkeit mit eigenem Satellitensystem
- © Viktor Schwabenland, Pixelio.de Bild vergrößernDer jetzt gestartete
GPS-Dienst der EU namens EGN
OS bietet einen Vorgeschmack auf das Galileo
genannte satellitengestützte GPS-System, das nach einem mit dem
EU-Ministerrat ausgehandelten Kompromiss bis zum Jahr 2013 startklar sein
soll. Eigentlich sollte Galileo bereits 2008 an den Start gehen, es hat
jedoch Probleme mit der Finanzierung, der Vermarktung und dem Vertrieb
gegeben. Das voraussichtlich in der Einrichtungsphase rund 3,4 Milliarden
Euro teure Projekt wird nun aus EU-Mitteln finanziert. EGNOS löst
europaweit das System der US-Amerikaner, das bisher weltweit genutzt wurde.
Gegenüber dem EU-Dienst soll es laut dem Magazin "Vnunet"
deutlich ungenauer sein. Signale konnten nur auf rund zehn Meter bestimmt
werden, was jedoch vor allem auf Restriktionen des US-Militärs
zurückzuführen ist.